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Fettexplosion - Flammeninferno in vier Sekunden

Was Wasser anrichten kann, wenn es mit brennendem Fett in Berührung kommt, ist noch immer meist unbekannt: es kommt zu einer gewaltigen Fettexplosion. Dabei wird das heiße, brennende Fett durch die Dampfbildung des Wassers aus der Fritteuse heraus geschleudert und setzt so unter Umständen nicht nur die Küche einer Wohnung in Brand sondern fügt auch dem Kochenden selbst schmerzhafte Brandwunden zu, deren Rehabilitation oft jahrelange ärztliche Behandlung erfordert.
 
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Alles sollte ein schöner Sonntag werden. Die Kinder von Familie A. freuen sich auf ihr Lieblingsgericht: Schnitzel mit Pommes. Während Vater M. noch mit den Kindern im Garten spielt bereitet Mutter S. das Mittagessen vor. Sie schaltet die Fritteuse auf die höchste Stufe. Plötzlich klingelt das Telefon. Mutter S. wird abgelenkt, verlässt die Küche und vertieft sich in das Gespräch. In ihrer späteren Schilderung hat das Gespräch nur wenige Augenblicke gedauert. Als sie in die Küche zurückkehrt steht die Fritteuse in hellen Flammen. Anstatt sofort per Notruf 112 die Feuerwehr zu alarmieren greift sie zu einem Putzeimer, füllt ihn mit Wasser und …

Die Schilderung beschreibt einen exemplarischen Fettbrand, wie es ihn in Deutschland jedes Jahr einige tausend Mal gibt. „Aber nicht immer sind Fritteusenbrände Auslöser schlimmer Feuer in Küchen“, weiß der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Wernau Christian Fischer. Auch die Überhitzung von Fett in Pfannen gilt als häufige Brandursache.

 Fettbrände können ohne Zündung durch eine offene Flamme entstehen. Sie entstehen dann, wenn Fett auf eine Temperatur erhitzt wird, bei der es sich ohne fremde Zündquelle selbst entzündet. Verunreinigtes Fett hat dabei eine deutlich niedrigere Zündtemperatur als frisches Fett. Anzeichen für Verunreinigung ist beispielsweise eine starke Verfärbung. Es kann sich schon bei Temperaturen im Regelbereich des Thermostates einer Fritteuse entzünden.

Die Temperaturen des Fettbades in einer Fritteuse liegen im Normalfall zwischen 140 und 180 Grad Celsius. Durch technische Defekte (Ausfall des Regelthermostaten oder des Temperaturbegrenzers) kann es zur Überhitzung und in der Folge zu einem Brand kommen. Dabei liegt die Zündtemperatur von haushaltsüblichen Fetten bei zirka 350 Grad Celsius.

Keinesfalls darf ein Fettbrand mit Wasser gelöscht werden! Die Folgen sind verheerend. Das Wasser taucht in das heiße, brennende Fett ein und würde aufgrund der hohen Temperaturen schlagartig verdampfen. Der entstehende Wasserdampf schleudert das brennende Fett explosionsartig aus der Fritteuse oder der Pfanne heraus und führt damit zur schlagartigen Brandausbreitung. Es entstehen dabei Temperaturen von bis zu 800 Grad Celsius.

Zur Bekämpfung von Bränden in Fritteusen können zum Beispiel ein Topfdeckel oder eine Wolldecke zur Hilfe genommen werden. Trennen sie sofort die Energieversorgung von Ihrer Fritteuse. Im Zweifel alarmieren sie über Notruf 112 die Feuerwehr.

Generell empfiehlt sich auch in Wohnungen und Wohnhäusern die Vorhaltung eines geeigneten Feuerlöschers....

Da vor dem Feuer meist Rauch entsteht empfiehlt die Feuerwehr Rauchmelder zu installieren. Die lebensrettenden Rauchmelder sind nicht größer als eine Kaffeetasse, unauffällig, leicht zu installieren und überall im Fachhandel erhältlich. Hochwertige Rauchmelder mit VdS-Zeichen funktionieren nach einem optischen Prinzip, das eine zuverlässige Raucherkennung und entsprechende Alarmmeldung ermöglicht. Rauchmelder sollten batteriebetrieben sein, um auch bei Stromausfall zu funktionieren. Bevor die Batterie ausgetauscht werden muss, ertönen bei diesen Geräten rechtzeitig Warnsignale.

Batteriebetriebene Rauchmelder sind die optimale Lösung zum Nachrüsten im Wohn-, Büro- und Objektbereich. Sie sind ohne zusätzliche Kabelverlegung zu installieren.

Quelle: Feuerwehr Wernau

Bildfolge unter www.feuerwehr-wernau.de zum Downloaden