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Die Freiwilligen in der City
Feuerwehr Reutlingen Abteilung
Freiw. Feuerwehr Stadtmitte

Das Stellen von tragbaren Leitern geübt

Am Dienstagabend stand für die Abteilung Stadtmitte trotz des laufenden Grundausbildungslehrgangs ein eigener Dienst an. Im Rahmen der jährlichen Wiederholungen der Unfallverhütungsvorschriften wurde gestern Abend der sichere Umgang mit tragbaren Leitern geübt. Handgriffe, die im Ernstfall sitzen müssen, um den Angriffstrupps einen Zugang zur Brandwohnung zu ermöglichen oder um Menschen aus dem Gefahrenbereich zu retten.

Geht es um Leitern bei der Feuerwehr, ist das erste Bild im Kopf hierzu oft die Drehleiter. Das imposante Fahrzeug mit der mit der aufgebauten Leiter ist bei der Feuerwehr oftmals das Mittel der Wahl, schließlich kann die Drehleiter mit ihrer Stabilität überzeugen und ermöglicht es mehreren Personen im Korb hochzufahren, Patienten auf einer Trage in liegender Position sicher auf den Boden zu bringen oder durch den eingebauten Wasserwerfer vom Leiterkorb aus Löschmaßnahmen durchzuführen. Zudem kommt die Drehleiter, wie sie bei der Feuerwehr Reutlingen verwendet wird, ausgefahren auf eine Höhe von knapp 30 Metern - die Abkürzkung DLK 23/12 steht dabei für eine Arbeitshöhe von 23 Metern bei einem Abstand vom Gebäude von zwölf Metern. Hier wird auch deutlich, weshalb es so wichtig ist, als Stellflächen für die Feuerwehr gekennzeichnete Bereiche frei zu halten, statt diese Flächen illegal als Parkplätze zu missbrauchen. Denn kommt es doch zu einem Brand, braucht die Feuerwehr eine Menge Aufstellfläche für ihre Fahrzeuge, insbesondere auch für die Drehleiter mit dem Leiterpark.

Zugleich gibt es eben aber auch Bereiche, in denen für das Stellen der Drehleiter kein Platz vorhanden ist. Hier kommen dann die sogenannten tragbaren Leitern ins Spiel, die bei der Feuerwehr Reutlingen auf allen Löschfahrzeugen verlastet sind: Die vierteilige Steckleiter und die Schiebleiter. Ausnahmen bilden nur das Mittlere Löschfahrzeug der Berufsfeuerwehr und das Tanklöschfahrzeug der Abteilung Stadtmitte: Hier ist jeweils nur die Steckleiter auf dem Dach des Fahrzeugs verstaut. Mit der vierteiligen Steckleiter kann sich die Feuerwehr einen Zugang bis zum zweiten Obergeschoss schaffen, die Schiebleiter kommt komplett ausgefahren bis zum dritten Obergeschoss.

Die Steckleiter kann dabei von drei oder vier Feuerwehrleuten aufgestellt oder unterbaut werden. Das Unterbauen wird dann nötig, wenn kein Platz vorhanden ist, um die vollständige Leiter aus der liegenden Position aufzurichten. Dann können einzelne Leiterteile so weit hochgehoben werden, dass ein weiteres Leiterteil von unten nachgeschoben werden kann. So können auch in engen Gassen oder Hinterhöfen Leitern aufgestellt werden. Die Schiebleiter wiederum wird durch einen Seilzug ausgefahren. Hier muss das Stellen der Leiter mit den Stützen immer wieder geübt werden, um die rund 70 Kilogramm schwere Aluminiumleiter sicher und schnell aufstellen zu können - als dritte Sicherung der gestellten Leiter nach der mechanischen Sicherung und der Seilbremse gilt es dann, das Zugseil mittels eines Mastwurfs abschließend zu sichern. Dies übten die freiwilligen Feuerwehrleute aus der Abteilung Stadtmitte gestern in kleinen Gruppen mit mehreren Fahrzeugen, wobei aufgrund der Kälte zum Teil in die Werkstatt ausgewichen wurde.

Keine tragbaren Leitern benötigte die Abteilung Stadtmitte indes am Mittwochmorgen bei zwei weiteren Einsätzen: Die Alarme durch automatische Brandmeldeanlagen im Hotel Achalm sowie bei der Gustav-Werner-Stiftung stellten sich jeweils als Fehlalarme heraus.

Alexander Thomys